Mit dem Klimagerät heizen: Wann sich die Luft-Luft-Wärmepumpe im Winter lohnt
Das Wichtigste in Kürze
- Kurz gesagtEin Split-Klimagerät ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe und kann heizen.
- KostenEtwa ein Drittel der Stromkosten eines Heizlüfters bei gleicher Wärme.
- Passt fürEinzelne, viel genutzte Räume wie Homeoffice, Dachgeschoss oder Schlafzimmer.
- GrenzenKein Warmwasser, hörbares Gebläse, bei starkem Frost weniger effizient.
- MontageDen Kältekreis schließt ein zertifizierter Fachbetrieb an, als Mieter Erlaubnis einholen.
Ja, viele Split-Klimageräte können auch heizen, und zwar deutlich günstiger als ein Heizlüfter. Technisch ist ein Split-Klimagerät eine Luft-Luft-Wärmepumpe: Im Winter holt das Außengerät Wärme aus der kalten Außenluft, das Innengerät bläst sie ins Zimmer. Aus einer Kilowattstunde Strom werden so übers Jahr drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. Hier erfährst du, was das in Euro bedeutet, für welche Räume es passt und was bei Montage und Mietwohnung gilt.
So heizt ein Klimagerät
Ein Klimagerät pumpt Wärme von einem Ort zum anderen. Im Sommer zieht es die Wärme aus dem Zimmer und gibt sie draußen ab. Im Heizbetrieb dreht es den Kältekreislauf um: Das Kältemittel verdampft im Außengerät schon bei Temperaturen weit unter null, nimmt dabei Wärme aus der Luft auf, wird vom Verdichter verdichtet und gibt die Wärme im Innengerät an die Raumluft ab.
Der Strom treibt dabei nur den Verdichter und die Ventilatoren an. Der größte Teil der Wärme kommt kostenlos aus der Umgebungsluft. Ein Heizlüfter oder Ölradiator dagegen macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme, egal wie er gebaut ist. Wie die Effizienz gemessen wird, erklären wir unter COP und JAZ bei der Wärmepumpe.
Was es kostet: Heizlüfter gegen Split-Gerät
Ein Rechenbeispiel mit 37 Cent pro Kilowattstunde (ungefähr der durchschnittliche Haushaltsstrompreis) und einem bewusst vorsichtigen Faktor 3 für das Klimagerät im Winter:
| Heizlüfter 2.000 W | Split-Klimagerät | |
|---|---|---|
| Strom für 2 kWh Wärme | 2 kWh | ca. 0,67 kWh |
| Kosten pro Stunde | ca. 74 Cent | ca. 25 Cent |
| 4 Stunden täglich, 5 Monate (600 h) | ca. 444 € | ca. 148 € |
| Ersparnis pro Saison | rund 300 € |
Faktor 3 liegt absichtlich unter den Laborwerten. Auf dem Energielabel für Heizen beginnt Klasse A bei einem SCOP von 3,4, sehr gute Geräte mit A+++ liegen bei 5,1 und mehr. Bei starkem Frost und mit Abtaupausen ist die Effizienz aber niedriger, deshalb rechnen wir konservativ.
Nicht eingerechnet ist die Anschaffung: Ein Split-Set kostet einige hundert bis über tausend Euro, dazu kommt der Fachbetrieb. Wie viel dein bisheriger Heizlüfter wirklich zieht, misst du mit einem Energiekosten-Messgerät in der Steckdose.

Kommt zwischen Steckdose und Gerät und zeigt, was Heizlüfter oder Ölradiator wirklich verbrauchen und kosten.
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Ein Split-Gerät heizt einen Raum, nicht das ganze Haus. Am meisten bringt es dort, wo du viel Zeit verbringst und die vorhandene Heizung schwach ist:
- Homeoffice: Du heizt nur den Raum, in dem du tagsüber sitzt, statt die ganze Wohnung.
- Dachgeschoss: Dort kommt die alte Zentralheizung oft kaum an, und im Sommer ist es dort am heißesten. Dasselbe Gerät kühlt dann. Mehr dazu unter Dachfenster Hitzeschutz.
- Schlafzimmer: schnelles Vorheizen am Abend, im Sommer Abkühlung in der Nacht.
- Übergangszeit: Im Herbst und Frühjahr reicht das Klimagerät oft allein, die Hauptheizung kann später anspringen.
Ein Funkthermometer für innen und außen zeigt dir, wie gut das Gerät bei Frost mithält und wie sich die Raumtemperatur über den Tag entwickelt.

Zeigt Innen- und Außentemperatur mit Min/Max-Werten, damit du siehst, wie das Gerät bei Frost arbeitet.
Bei Amazon ansehen*Die Grenzen
- Kein Warmwasser: Ein Klimagerät erwärmt nur Luft, nie Wasser für Dusche oder Heizkörper.
- Luftstrom und Geräusch: Das Gebläse ist hörbar, der warme Luftstrom kann als Zug empfunden werden. Das Außengerät kann Nachbarn stören.
- Frost: Je kälter es draußen ist, desto weniger effizient arbeitet das Gerät. Gute Geräte heizen laut Hersteller bis minus 15 oder minus 20 Grad, einfache oft nur bis etwa minus 7 Grad. Schau im Datenblatt auf den Einsatzbereich im Heizbetrieb.
- Abtauen: Bei feuchter Kälte vereist das Außengerät. Es taut dann kurz ab und das Heizen pausiert. Das ist normal, siehe Wärmepumpe dampft und vereist.
Und das mobile Klimagerät mit Schlauch?
Zum Heizen taugt es kaum. Viele mobile Monoblock-Geräte haben gar keine Heizfunktion. Bei den übrigen bläst der Abluftschlauch Raumluft nach draußen. Dadurch entsteht Unterdruck, und kalte Außenluft zieht durch Fugen an Fenstern und Türen nach. Effizient heizt nur ein Gerät mit Außeneinheit. Eine Zwischenlösung sind mobile Split-Geräte, deren Außenteil ins gekippte Fenster oder über die Brüstung gehängt wird. Der Kältekreis ist dabei geschlossen, es braucht also keinen Kälte-Fachbetrieb und keinen Wanddurchbruch.

Mobiles Split-Gerät, das kühlt und heizt. Das Außenteil hängt am Fenster, der Kältekreis bleibt ab Werk geschlossen.
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Im Handel gibt es Sets mit Schnellkupplung und vorbefüllten Kältemittelleitungen. Das klingt nach Selbstmontage, ist es aber nicht. Laut Verbraucherzentrale gehören Splitgeräte in die Hand einer Fachkraft für Kälte- und Klimatechnik. Nach der EU-F-Gas-Verordnung darf ein Händler solche Geräte an Privatleute nur verkaufen, wenn nachgewiesen ist, dass ein zertifizierter Betrieb sie anschließt. Das gilt auch für Quick-Connect-Sets.
Als Mieter brauchst du für Außengerät und Wanddurchbruch die Erlaubnis deines Vermieters, am besten schriftlich. In einer Eigentümergemeinschaft entscheidet die Gemeinschaft per Beschluss. Das Außengerät gehört auf eine stabile Wandkonsole mit Schwingungsdämpfern und mit etwas Abstand zu Nachbarfenstern.
Häufige Fragen
Ist Heizen mit der Klimaanlage günstiger als mit Gas?
Das hängt von Gas- und Strompreis und von der Effizienz des Geräts ab. Bei einem guten Split-Gerät und normalen Preisen liegen die Kosten pro Kilowattstunde Wärme oft in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Gas oder etwas darunter. Gegenüber Heizlüfter, Ölradiator oder Infrarotheizung ist das Klimagerät dagegen immer deutlich günstiger.
Bis zu welcher Außentemperatur heizt ein Split-Klimagerät?
Das steht im Datenblatt unter dem Einsatzbereich im Heizbetrieb. Einfache Geräte schaffen oft bis etwa minus 7 Grad, gute Geräte laut Hersteller bis minus 15 oder minus 20 Grad. Je kälter es ist, desto geringer werden Leistung und Effizienz.
Darf ich ein Split-Klimagerät selbst montieren?
Halterung und Innengerät kannst du vorbereiten, aber den Kältekreis muss ein zertifizierter Fachbetrieb anschließen. Das schreibt die F-Gas-Verordnung vor, auch bei Sets mit Schnellkupplung.
Kann ein mobiles Klimagerät heizen?
Manche ja, die meisten nicht. Und auch die mit Heizfunktion arbeiten schlecht, weil sie über den Abluftschlauch warme Raumluft nach draußen blasen und kalte Luft durch die Fugen nachzieht.
Fazit
Ein Split-Klimagerät mit Heizfunktion ist für einzelne, viel genutzte Räume eine starke Lösung: Es heizt etwa dreimal so effizient wie ein Heizlüfter und kühlt im Sommer. Warmwasser und das ganze Haus übernimmt es nicht. Plane die Montage mit einem zertifizierten Fachbetrieb ein und hol dir als Mieter vorher die Erlaubnis.