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Heizkurve der Wärmepumpe einstellen: So sparst du Strom in 5 Schritten

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Das Wichtigste in Kürze

  • HebelJedes Grad weniger Vorlauf spart rund 2 bis 2,5 % Heizkosten.
  • NeigungAnpassen, wenn es nur bei Frost oder nur an milden Tagen nicht passt.
  • NiveauAnpassen, wenn es an allen Tagen gleich zu warm oder zu kalt ist.
  • TempoImmer nur eine Änderung, dann mindestens zwei Tage warten.
  • ZielDie niedrigste Kurve, bei der der kälteste Raum gerade warm genug ist.

Die Heizkurve ist der wichtigste Hebel für eine sparsame Wärmepumpe. Sie legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur wird, und ist ab Werk oft eher zu hoch eingestellt. Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur spart rund 2 bis 2,5 Prozent Heizkosten. Das Einstellen kostet nichts außer ein paar Wochen Geduld.

Was die Heizkurve macht

Je kälter es draußen ist, desto mehr Wärme verliert dein Haus und desto wärmer muss das Heizwasser sein. Die Heizkurve ordnet jeder Außentemperatur eine Vorlauftemperatur zu. Sie hat zwei Stellschrauben:

Stellschraube Was sie verändert Wann du sie anpasst
Neigung (Steilheit) wie stark der Vorlauf bei Frost ansteigt Es ist nur bei Kälte zu kalt oder zu warm
Niveau (Parallelverschiebung) verschiebt die ganze Kurve nach oben oder unten Es ist immer, auch an milden Tagen, zu kalt oder zu warm

Bei manchen Herstellern heißt das Niveau auch Fußpunkt oder Raumsollwert-Verschiebung. Die Namen stehen im Handbuch deines Reglers.

Warum das so viel bringt: Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je kleiner der Abstand zwischen Wärmequelle und Vorlauf ist. Jedes Grad, das das Heizwasser unnötig heiß ist, kostet Strom und senkt die Jahresarbeitszahl.

Schritt 1: Vorbereiten

  • Thermostatventile ganz auf. Die Heizkurve soll die Räume regeln, nicht die Ventile. Halb zugedrehte Ventile drosseln den Durchfluss und zwingen die Wärmepumpe zu höherem Vorlauf.
  • Heizkörper entlüften. Sonst bleiben sie trotz richtiger Kurve oben kalt und du stellst die Kurve falsch ein.
  • Aktuelle Werte fotografieren. Dann kommst du jederzeit zurück.
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Damit entlüftest du vor dem Einstellen alle Heizkörper.

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Schritt 2: Messen

Stell in jeden wichtigen Raum ein Thermometer, vor allem in den kältesten, und lies immer zur gleichen Uhrzeit ab. Notiere auch die Außentemperatur. Die Vorlauftemperatur zeigt das Display der Wärmepumpe, oder du misst sie mit einem Anlegethermometer am Vorlaufrohr. Anlegethermometer messen die Rohroberfläche und können einige Grad vom echten Wert abweichen, für Vergleiche reicht das.

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Drei Thermo-Hygrometer, damit du mehrere Räume gleichzeitig vergleichen kannst.

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Wird mit einer Feder ans Vorlaufrohr geklemmt und zeigt die Temperatur des Heizwassers.

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Schritt 3: In kleinen Schritten absenken

Senke entweder das Niveau um etwa ein Grad oder die Neigung um etwa 0,1. Immer nur eine Änderung auf einmal. Dann wartest du mindestens zwei Tage, bei Fußbodenheizung eher drei, denn das Haus braucht Zeit, um sich anzupassen. Ist der kälteste Raum danach noch warm genug, gehst du den nächsten Schritt.

Schritt 4: Feinjustieren

  • Nur bei Frost zu kalt: Neigung ein kleines Stück erhöhen.
  • Immer etwas zu kühl, auch an milden Tagen: Niveau leicht anheben.
  • Zu warm: dasselbe andersherum.

Irgendwann findest du den Punkt, an dem alle Räume gerade warm genug sind. Das ist die effizienteste Einstellung. Bleibt ein einzelner Raum trotzdem kalt, liegt es meist an einer ungleichen Verteilung des Heizwassers. Dann hilft ein hydraulischer Abgleich mehr als eine höhere Kurve.

Schritt 5: Über den Winter beobachten

Die Kurve wirkt erst bei verschiedenen Außentemperaturen. Prüfe sie im Herbst, dann noch einmal bei richtigem Frost. Schreib dir zu jeder Änderung Datum, Außentemperatur und die Werte im kältesten Raum auf. Nach einem Winter hast du so eine Tabelle, mit der du die Kurve im nächsten Herbst gezielt startest statt wieder bei null.

Fußbodenheizung und Heizkörper ticken unterschiedlich

Eine Fußbodenheizung hat sehr viel Fläche und kommt deshalb mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus. Ihre Kurve ist meist deutlich flacher als bei Heizkörpern. Dafür reagiert sie träge: Eine Änderung zeigt sich oft erst nach ein bis zwei Tagen, und wer zu früh nachstellt, schaukelt die Temperatur hoch und runter.

Heizkörper brauchen mehr Vorlauf, reagieren aber schneller. Hier zeigt sich auch eher, ob einzelne Heizkörper zu klein sind. Bleibt bei flacher Kurve immer derselbe Raum kühl, lohnt sich ein Blick auf diesen einen Heizkörper, statt die ganze Kurve für alle Räume anzuheben. Wie du kritische Räume findest, steht unter Wärmepumpe mit Heizkörpern.

In gemischten Systemen mit Fußbodenheizung unten und Heizkörpern oben bestimmt meist der Heizkörperkreis die nötige Vorlauftemperatur. Manche Anlagen haben dafür zwei getrennte Heizkreise mit eigener Kurve. Das richtet dein Fachbetrieb ein.

Die häufigsten Fehler

  • Große Sprünge. Wer Neigung und Niveau gleichzeitig stark verstellt, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat.
  • Zu ungeduldig. Jeden Tag etwas Neues verstellen, bevor das Haus reagiert hat.
  • Thermostate halb zu. Sie drosseln den Durchfluss, die Wärmepumpe fährt heißer als nötig und taktet öfter.
  • Kurve so tief, dass der Heizstab einspringt. Dann ist zu wenig Leistung da, und der Heizstab heizt eins zu eins mit Strom. Mehr dazu unter Heizstab der Wärmepumpe.

Häufige Fragen

Welche Neigung ist bei der Wärmepumpe richtig?

Das hängt vom Haus und vom Heizsystem ab. Fußbodenheizungen kommen meist mit deutlich flacheren Kurven aus als Heizkörper. Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht, deshalb tastest du dich in kleinen Schritten an die niedrigste Einstellung heran, bei der alle Räume warm bleiben.

Wie lange muss ich nach einer Änderung warten?

Mindestens zwei Tage, bei Fußbodenheizung eher drei. Heizkörper reagieren schneller, aber auch dort solltest du ähnliches Wetter abwarten, bevor du urteilst.

Neigung oder Niveau, was soll ich zuerst ändern?

Ist es an allen Tagen gleich zu warm oder zu kalt, änderst du das Niveau. Tritt das Problem nur bei Frost oder nur an milden Tagen auf, passt du die Neigung an.

Wie viel spart eine niedrigere Heizkurve?

Als Faustregel rund 2 bis 2,5 Prozent pro Grad weniger Vorlauf. Senkst du den Vorlauf um fünf Grad, sind also etwa 10 Prozent realistisch, je nach Anlage auch etwas mehr oder weniger.

Fazit

Die Heizkurve richtig einzustellen ist die günstigste Maßnahme an jeder Wärmepumpe. Ventile auf, entlüften, messen, dann in kleinen Schritten absenken und geduldig warten. Ziel ist die niedrigste Kurve, bei der dein kältester Raum gerade noch warm genug ist.

Über den Autor

Max schreibt bei zu heiß! über Hitzeschutz, Fensterfolien und sparsames Heizen und erklärt die Themen auch in kurzen Videos auf YouTube. Folien, Plissees und Ventilatoren hat er in der eigenen Dachgeschosswohnung ausprobiert.