Heizstab der Wärmepumpe: Wann er anspringt und was er wirklich kostet
Das Wichtigste in Kürze
- KostenDer Heizstab braucht für dieselbe Wärme etwa dreimal so viel Strom wie die Wärmepumpe.
- NormalBei großer Kälte, Legionellenschutz, Estrichtrocknung oder Störung.
- AnteilIm Fraunhofer-Feldtest im Schnitt nur etwa 1 bis 2 % der Wärme.
- PrüfenEnergiestatistik im Regler: Läuft er bei Plusgraden, stimmt etwas nicht.
Fast jede Wärmepumpe hat einen elektrischen Heizstab als Reserve. Er springt bei großer Kälte, beim Legionellenschutz oder bei einer Störung an. Das ist normal, solange er selten läuft: In Feldtests des Fraunhofer ISE lag sein Anteil im Schnitt nur bei etwa 1 bis 2 Prozent. Teuer wird es, wenn er unbemerkt dauerhaft mitheizt, denn der Heizstab braucht etwa dreimal so viel Strom wie die Wärmepumpe für dieselbe Wärme.
Warum der Heizstab so teuer heizt
Ein Heizstab funktioniert wie ein Tauchsieder: Aus einer Kilowattstunde Strom wird genau eine Kilowattstunde Wärme. Die Wärmepumpe holt dagegen den größten Teil der Wärme aus Luft, Erde oder Wasser und macht im Jahresmittel aus einer Kilowattstunde Strom etwa drei Kilowattstunden Wärme, gute Anlagen mehr.
Ein Rechenbeispiel mit einem angenommenen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde und 6 Kilowatt Heizleistung:
| Heizstab | Wärmepumpe (Faktor 3) | |
|---|---|---|
| Strom für 6 kWh Wärme | 6 kWh | 2 kWh |
| Kosten pro Stunde | ca. 1,80 € | ca. 0,60 € |
| Mehrkosten pro Stunde | ca. 1,20 € | |
| Mehrkosten bei 100 Stunden | ca. 120 € |
Übliche Heizstäbe haben etwa 3 bis 9 Kilowatt. Einzelne Stunden fallen also kaum ins Gewicht, ein Heizstab, der wochenlang mitläuft, dagegen deutlich. Wie sich das auf die Effizienz auswirkt, liest du unter JAZ und COP bei der Wärmepumpe.
Wann der Heizstab normal anspringt
- Unter dem Bivalenzpunkt: Das ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe allein nicht mehr genug Leistung hat. Meist wird sie so ausgelegt, dass das erst bei etwa minus 5 bis minus 10 Grad passiert. Das sind in Deutschland nur wenige Stunden oder Tage im Jahr.
- Legionellenschutz: Manche Anlagen heizen den Warmwasserspeicher regelmäßig über 60 Grad auf. Diesen letzten Schritt übernimmt oft der Heizstab.
- Estrichtrocknung im Neubau: Hier läuft er bewusst viel, damit der Estrich nach Plan trocknet.
- Notbetrieb: Hat die Wärmepumpe eine Störung, hält der Heizstab das Haus warm.
Wie wenig der Heizstab bei guter Auslegung ausmacht, zeigt ein Beispiel des Bundesverbands Wärmepumpe: Bei einem Bivalenzpunkt von plus 0,5 Grad übernimmt er rund 7,5 Prozent der Heizarbeit, bei minus 5 Grad nur noch etwa 1,2 Prozent und bei minus 10 Grad etwa 1 Prozent. Mehr zum Betrieb bei Frost liest du unter Wärmepumpe bei Minusgraden.
Notiere dir beim Auswerten die Außentemperatur der Tage, an denen der Heizstab lief. Fallen seine Laufzeiten nur auf die kältesten Frosttage, ist das die normale Auslegung.
So prüfst du, ob er zu oft läuft
Energiestatistik im Regler
Viele Wärmepumpen zeigen im Display oder in der App, wie viel Strom Verdichter und Heizstab getrennt verbraucht haben. Suche nach Menüpunkten wie Energiebilanz, Statistik oder Zusatzheizung. Steht dort beim Heizstab über den Winter nur ein kleiner Bruchteil des Gesamtstroms, ist alles in Ordnung. Läuft er auch bei Plusgraden, stimmt etwas nicht.
Eigener Zähler
Zeigt der Regler keine Werte, kann ein Elektriker einen Hutschienen-Stromzähler im Verteiler nachrüsten, der nur den Heizstab misst. Arbeiten im Sicherungskasten sind ausschließlich etwas für Elektrofachkräfte.

Misst den Strom des Heizstabs separat im Verteiler. Einbau nur durch eine Elektrofachkraft.
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Springt der Heizstab vor allem beim Warmwasser an, prüf die Speichertemperatur. Ein Anlegethermometer am Warmwasserrohr zeigt dir, wie heiß das Wasser wirklich ist.

Wird ans Rohr geklemmt und zeigt, wie heiß Warmwasser oder Vorlauf tatsächlich sind.
Bei Amazon ansehen*Die häufigsten Ursachen für zu viel Heizstab
- Nach der Estrichtrocknung nicht zurückgestellt. Im Neubau bleibt der Heizstab dann oft dauerhaft freigegeben. Lass deinen Fachbetrieb die Freigabe prüfen.
- Störung unbemerkt. Fällt der Verdichter aus, heizt der Heizstab weiter, und das Haus bleibt warm. Du merkst es erst an der Stromrechnung.
- Schnellheizung für Warmwasser dauerhaft an. Funktionen wie Boost oder Schnellaufheizung schalten den Heizstab zu. Nutze sie nur bei Bedarf.
- Heizkurve zu tief oder Wärmepumpe zu klein. Reicht die Leistung bei Kälte nicht, springt der Heizstab früh ein. Eine saubere Heizkurve hilft, eine zu klein ausgelegte Anlage gehört zum Fachbetrieb.
- Nachtabsenkung. Muss die Wärmepumpe morgens schnell wieder hochheizen, kann der Heizstab mitlaufen. Mehr dazu unter Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe.
Warmwasser sparsam nutzen
Weniger Warmwasser bedeutet weniger Aufheizen und damit seltener Heizstab. Ein Sparduschkopf senkt den Durchfluss spürbar, ohne dass das Duschen unangenehm wird. Die Speichertemperatur solltest du nicht einfach stark absenken: Die Verbraucherzentrale empfiehlt beim Speicher 60 Grad als Schutz gegen Legionellen. Wie deine Anlage das löst, legt der Fachbetrieb fest.

Weniger Durchfluss beim Duschen, damit der Warmwasserspeicher seltener nachheizen muss.
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Ist es schlimm, wenn der Heizstab der Wärmepumpe anspringt?
Nein, an sehr kalten Tagen, beim Legionellenschutz oder im Notbetrieb ist das vorgesehen. Problematisch ist nur ein Heizstab, der regelmäßig auch bei milden Temperaturen läuft. Im Fraunhofer-Feldtest lag sein Anteil im Schnitt bei etwa 1 bis 2 Prozent.
Wie viel Strom verbraucht ein Heizstab?
So viel, wie seine Leistung angibt: Ein 6-Kilowatt-Heizstab braucht pro Stunde 6 Kilowattstunden. Das ist etwa dreimal so viel wie die Wärmepumpe für dieselbe Wärme.
Kann ich den Heizstab einfach abschalten?
Davon ist abzuraten. Er sichert das Haus bei Störungen und sehr großer Kälte ab und wird teils für den Legionellenschutz gebraucht. Besser ist, die Ursache für zu häufiges Anspringen mit dem Fachbetrieb zu klären.
Was ist der Bivalenzpunkt?
Die Außentemperatur, unter der die Wärmepumpe allein nicht mehr genug Wärme liefert und der Heizstab hilft. Üblich sind etwa minus 5 bis minus 10 Grad.
Fazit
Der Heizstab ist eine Reserve, kein Dauerheizer. Ein paar Stunden bei Frost oder beim Legionellenschutz sind normal und kosten wenig. Wirf aber einmal im Winter einen Blick in die Energiestatistik: Läuft er auch bei Plusgraden, lohnt sich ein Anruf beim Fachbetrieb.