Hitzeschutz & Kühlen

Richtige Zimmertemperatur: Diese Werte gelten für jeden Raum im Sommer und Winter

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Das Wichtigste in Kürze

  • WohnzimmerEtwa 20 Grad, Arbeits- und Kinderzimmer ebenso.
  • SchlafzimmerEtwa 17 Grad, dauerhaft nicht unter 16 Grad.
  • Bad und KücheBad rund 22 Grad, Küche etwa 18 Grad.
  • LuftfeuchteIdeal sind 40 bis 60 Prozent.
  • SparenJedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie.

Die richtige Zimmertemperatur hängt vom Raum ab: Im Wohnzimmer sind etwa 20 Grad angenehm, in der Küche reichen 18 Grad, im Schlafzimmer 17 Grad und im Bad darf es mit rund 22 Grad wärmer sein. Unter etwa 16 Grad sollte kein Raum dauerhaft fallen, sonst steigt das Schimmelrisiko. Im Sommer geht es um das Gegenteil: die Hitze draußen zu halten. Hier findest du die Richtwerte für jeden Raum und Tipps für beide Jahreszeiten.

Die Richtwerte für jeden Raum im Winter

Das Umweltbundesamt nennt für Wohnräume Richtwerte, an denen sich auch die Verbraucherzentralen orientieren:

Raum Richtwert Spielraum
Wohnzimmer ca. 20 Grad 20 bis 23 Grad
Arbeitszimmer, Kinderzimmer ca. 20 Grad 20 bis 22 Grad
Küche ca. 18 Grad 18 bis 20 Grad
Schlafzimmer ca. 17 Grad 17 bis 20 Grad
Badezimmer ca. 22 Grad beim Baden und Duschen wärmer
Flur ca. 15 bis 18 Grad je nach Nutzung

Das sind Orientierungswerte, keine Vorschriften. Wer viel sitzt oder schnell friert, braucht etwas mehr Wärme. Ältere Menschen und Kleinkinder empfinden es oft anders als gesunde Erwachsene.

Warum es nicht zu kalt werden sollte

Kühlt ein Raum stark aus, kühlen auch Wände und Fensterlaibungen ab. Die Feuchtigkeit aus der Raumluft schlägt sich dort nieder, und es kann sich Schimmel bilden. Deshalb sollte auch das kühle Schlafzimmer nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad fallen. Türen zwischen warmen und kühlen Räumen bleiben besser geschlossen, damit die feuchte warme Luft nicht in das kalte Zimmer zieht.

Luftfeuchtigkeit gehört dazu

Wie warm sich ein Raum anfühlt, hängt auch von der Luftfeuchte ab. Ideal sind etwa 40 bis 60 Prozent. Liegt sie im Winter dauerhaft darüber, solltest du öfter stoßlüften. Ein Thermo-Hygrometer zeigt beides auf einen Blick. Stell es auf Brusthöhe an eine Innenwand, nicht auf die Fensterbank oder neben die Heizung.

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Heizkosten sparen mit der richtigen Temperatur

Laut Verbraucherzentrale spart jedes Grad weniger Raumtemperatur rund 6 Prozent Heizenergie. Wer das Wohnzimmer von 23 auf 21 Grad senkt, spart also grob 12 Prozent. Die wichtigsten Hebel:

  • Raumweise heizen: Nicht jeder Raum braucht 20 Grad.
  • Programmierbare Thermostate: Sie senken die Temperatur automatisch, wenn niemand da ist, und heizen rechtzeitig vor.
  • Stoßlüften statt Kipplüften: Mehrmals am Tag fünf bis zehn Minuten Fenster ganz auf, Heizung in der Zeit runter.
  • Fenster abdichten: Zugige alte Fenster lassen viel Wärme hinaus. Eine Isolierfolie hilft günstig, mehr unter Fenster mit Isolierfolie dämmen.

Bei einer Wärmepumpe gilt eine Besonderheit: Starkes Absenken in der Nacht spart dort oft wenig. Mehr dazu unter Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe.

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Wird statt des alten Thermostatkopfs aufs Ventil geschraubt, senkt nach Zeitplan ab und heizt rechtzeitig vor.

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Die richtige Temperatur im Sommer

Im Sommer kannst du die Raumtemperatur nicht einfach einstellen, ohne Klimaanlage geht es vor allem darum, Hitze gar nicht erst hereinzulassen. Angenehm schlafen die meisten bei etwa 16 bis 20 Grad, im Hochsommer ist das im Schlafzimmer oft kaum zu schaffen.

Hitze draußen halten

  • Verschatten, bevor die Sonne kommt: Rollläden, Außenjalousien oder Markisen halten die meiste Wärme draußen. Innen helfen Plissees mit reflektierender Rückseite oder Sonnenschutzfolien, mehr unter Sonnenschutz für Fenster von innen.
  • Dachfenster zuerst: Unterm Dach wird es am heißesten, weil die Sonne steil auf die Scheiben fällt. Tipps dazu unter Dachfenster Hitzeschutz.
  • Tagsüber Fenster zu: Ist es draußen wärmer als drinnen, bringt Lüften nur warme Luft herein.
  • Nachts und früh morgens lüften: Dann ist die Außenluft am kühlsten. Durchzug kühlt die Wohnung am schnellsten aus.
  • Wärmequellen reduzieren: Geräte im Standby, alte Glühbirnen und der Backofen heizen zusätzlich.

Luft bewegen

Ein Ventilator senkt die Raumtemperatur nicht, aber der Luftzug auf der Haut fühlt sich deutlich kühler an. Fürs Schlafzimmer sollte er leise sein. Geeignete Modelle findest du im Ventilator-Test fürs Schlafzimmer.

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Zimmertemperatur für Babys

Für das Babyschlafzimmer empfehlen Fachgesellschaften und Kinderärzte etwa 16 bis 18 Grad. Das klingt kühl, ist aber wichtig, weil Überwärmung als Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod gilt. Statt dicker Decken ist ein passender Schlafsack die sichere Wahl. Ob dem Baby zu warm ist, fühlst du am Nacken, nicht an Händen oder Füßen.

Was im Büro und im Mietrecht gilt

Am Arbeitsplatz

Für Arbeitsräume gibt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 Mindesttemperaturen vor:

Tätigkeit Mindesttemperatur
Leichte Arbeit im Sitzen (z. B. Büro) 20 Grad
Leichte Arbeit im Stehen oder mittelschwere im Sitzen 19 Grad
Mittelschwere Arbeit im Stehen 17 Grad
Schwere Arbeit 12 Grad

Für den Sommer gilt: Die Raumtemperatur soll 26 Grad nicht überschreiten. Liegt sie darüber, soll der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, über 30 Grad muss er es. Über 35 Grad ist ein Raum ohne besondere Maßnahmen nicht mehr als Arbeitsraum geeignet.

In der Mietwohnung

Eine feste gesetzliche Mindesttemperatur für Wohnungen gibt es nicht. Gerichte gehen in der Heizperiode meist davon aus, dass der Vermieter tagsüber 20 bis 22 Grad und nachts etwa 18 Grad ermöglichen muss. Erreicht die Heizung das nicht, kann das ein Mangel sein. Dokumentiere die Temperaturen und melde den Mangel schriftlich.

Häufige Fragen

Welche Zimmertemperatur ist im Winter normal?

Im Wohnzimmer etwa 20 Grad, in der Küche 18 Grad, im Schlafzimmer 17 Grad und im Bad rund 22 Grad. Das sind Richtwerte, die du nach deinem Empfinden um ein bis zwei Grad anpassen kannst.

Welche Temperatur ist im Schlafzimmer ideal?

Die meisten schlafen bei etwa 16 bis 20 Grad am besten, das Umweltbundesamt nennt rund 17 Grad als Richtwert. Dauerhaft unter etwa 16 Grad sollte es wegen Schimmelgefahr nicht fallen.

Ab welcher Temperatur besteht Schimmelgefahr?

Ein fester Grenzwert existiert nicht, entscheidend sind Wandtemperatur und Luftfeuchte. Als Faustregel sollten Räume nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad fallen und die Luftfeuchte nicht dauerhaft über 60 Prozent liegen.

Wie viel spart ein Grad weniger Raumtemperatur?

Laut Verbraucherzentrale rund 6 Prozent Heizenergie pro Grad. Am meisten bringt das in Räumen, die du ohnehin wenig nutzt.

Wie bekomme ich die Wohnung im Sommer kühler?

Verschatte die Fenster, bevor die Sonne draufscheint, halte sie tagsüber geschlossen und lüfte nachts und früh morgens. Ein Ventilator sorgt zusätzlich für einen kühlenden Luftzug.

Fazit

Eine pauschal richtige Zimmertemperatur gibt es nicht, aber gute Richtwerte: 20 Grad im Wohnzimmer, 18 in der Küche, 17 im Schlafzimmer, 22 im Bad. Jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie, unter 16 Grad sollte es wegen Schimmel nicht gehen. Im Sommer entscheidet der Sonnenschutz: Was nicht hereinkommt, musst du nicht wegkühlen.

Über den Autor

Max schreibt bei zu heiß! über Hitzeschutz, Fensterfolien und sparsames Heizen und erklärt die Themen auch in kurzen Videos auf YouTube. Folien, Plissees und Ventilatoren hat er in der eigenen Dachgeschosswohnung ausprobiert.