Sonnenschutzfolien

Sonnenschutzfolien Erfahrungen: Was die Folie im Dachgeschoss wirklich bringt

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Das Wichtigste in Kürze

  • Unser FallZwei Dachfenster in einer Berliner Dachgeschosswohnung, innen mit silberner Spiegelfolie.
  • TemperaturEtwa 2 Grad kühler als mit Stoffsegeln, am Fenster selbst deutlich spürbarer.
  • LichtRaum etwas dunkler als blankes Glas, aber viel heller als mit Stoff.
  • WinterFolie blieb dran, bei den Heizkosten kein Unterschied bemerkt.
  • RisikoVor dem Kauf die Freigabe für deine Glasart prüfen.

Kurz gesagt: Ja, Sonnenschutzfolien bringen etwas, vor allem an Fenstern, auf die die Sonne lange und steil scheint. Unsere zwei Dachfenster in Berlin waren vorher nachmittags nur mit Abhängen erträglich, mit Spiegelfolie bleibt der Raum hell und spürbar kühler. Wunder darfst du aber nicht erwarten: Wie viel die Folie bringt, hängt stark von Fenster, Ausrichtung und Folienart ab.

Unsere Ausgangslage

Wir wohnen in einer Dachgeschosswohnung in Berlin. Zwei große Dachfenster zeigen Richtung Sonne, und im Sommer trifft die Sonne fast senkrecht auf das Glas. Die Wohnung hat eine Erdwärmeheizung, die im Sommer etwas kühlen kann. Gegen die direkte Einstrahlung durch die Dachfenster kam sie aber nicht an.

Unsere erste Lösung war ziemlich provisorisch: dunkle Stoffsegel, an die ich Saugnäpfe genäht hatte. Damit war es zwar etwas kühler, aber der Raum war dunkel, und der Stoff hat sich in der Sonne selbst stark aufgeheizt. Die Wärme blieb also trotzdem im Zimmer, sie kam nur vom Stoff statt von der Sonne.

Was wir gemacht haben

Wir haben uns für eine silberne Spiegelfolie für innen entschieden und beide Dachfenster selbst foliert. Pro Fenster haben wir etwa eine halbe Stunde gebraucht. Das Lästigste war das Wasser, das beim Rakeln nach unten läuft. Handtücher an der Unterkante des Fensters haben das Problem gelöst. Geholfen hat auch, das Fenster in die Putzstellung zu drehen: So kommt man ohne Verrenkungen an die ganze Scheibe. Die ganze Anleitung steht unter Fensterfolie anbringen.

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Die Art Folie, die wir an unseren Dachfenstern nutzen: silbern, starker Hitzeschutz, tagsüber Sichtschutz. Sehr viele positive Bewertungen.

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Unsere Ergebnisse

Temperatur

Wir haben ganz einfach mit einem Raumthermometer verglichen: Stoffsegel vor dem Fenster gegen Spiegelfolie auf dem Glas, bei ähnlichem Wetter. Mit Folie war der Raum etwa 2 Grad kühler, obwohl das Licht jetzt ungehindert hereinkam. Das klingt nach wenig. Man muss aber bedenken, dass wir durch die Erdwärmekühlung und den provisorischen Sonnenschutz ohnehin schon bei rund 24 bis 25 Grad lagen. In einem ungekühlten Dachgeschoss ohne jeden Sonnenschutz ist der Unterschied deutlich größer.

Das ist eine Alltagsmessung, kein Labortest. Sie zeigt aber die Richtung.

Gefühlte Wirkung

Noch stärker als am Thermometer merkt man die Folie direkt am Fenster. Vorher hat die Sonne am Schreibtisch richtig auf der Haut gebrannt. Mit Folie ist das weg. Der Laptop-Bildschirm war bei Sonne sogar besser lesbar, weil die Blendung abnimmt.

Licht und Durchsicht

Der Raum ist etwas dunkler als mit blankem Glas, aber viel heller als mit den Stoffsegeln. Tagsüber ist das Fenster von außen verspiegelt. Nachts kehrt sich das um: Wenn drinnen Licht brennt, sieht man von außen herein. Bei Dachfenstern stört uns das kaum, bei Fenstern zur Straße bräuchtest du zusätzlich einen Sichtschutz.

Winter

Wir haben die Folie im Winter drangelassen und bei den Heizkosten keinen Unterschied bemerkt. Die Wintersonne steht so flach, dass durch Dachfenster ohnehin wenig Wärme hereinkommt. Bei großen Südfenstern kann das anders sein. Dort lohnt sich eine abnehmbare statische Folie, mehr dazu unter Sonnenschutzfolie im Winter.

Was andere Nutzer berichten

Wenn man Forenbeiträge und Kundenbewertungen liest, wiederholen sich ein paar Muster. Die Auswahl ist nicht repräsentativ, gibt aber ein ehrliches Bild:

Häufige Erfahrung Unsere Einordnung
Raum spürbar kühler, oft ist von einigen Grad die Rede plausibel bei stark besonnten, ungekühlten Räumen
Montage einfacher als gedacht, aber zu zweit besser deckt sich mit unserer Erfahrung
Blasen oder Falten nach der Montage fast immer Schmutz auf dem Glas oder zu wenig Wasser
Raum etwas dunkler bei Spiegelfolien normal, neutrale Folien sind heller
Folie löst sich nach einigen Jahren häufig bei Innenfolien, die außen geklebt wurden
Sprung im Glas selten, meist bei dunklen Folien innen auf Isolierglas

Das Thema Glasbruch solltest du ernst nehmen. Stark absorbierende Folien heizen die Scheibe auf, und bei moderner Isolierverglasung kann das zu Spannungsrissen führen. Prüfe deshalb vor dem Kauf, ob die Folie für deine Glasart freigegeben ist. Die Details stehen unter Sonnenschutzfolien innen oder außen anbringen.

Was unabhängige Tests sagen

Stiftung Warentest hat Sonnenschutzfolien im Juni 2021 untersucht (11 Folien). Das Ergebnis passt zu unserer Erfahrung: Die stark reflektierenden Folien schnitten bei den thermischen Eigenschaften alle mit "gut" ab, die wenig reflektierenden nur mit "befriedigend". Dafür punkteten die neutralen Folien bei der Optik. Wer maximalen Hitzeschutz will, kommt um eine spiegelnde Folie kaum herum. Mehr dazu im Sonnenschutzfolien Test.

Für wen sich Sonnenschutzfolie lohnt

Lohnt sich besonders:

  • Dachgeschoss und Dachfenster
  • Große Süd- oder Westfenster ohne Außenrollo
  • Wintergarten und Büros mit viel Glas
  • Mietwohnungen, in denen kein Außensonnenschutz montiert werden darf

Lohnt sich weniger:

  • Fenster, die ohnehin kaum direkte Sonne bekommen
  • Räume, in denen dir ein Außenrollo oder eine Markise zur Verfügung steht, die sind noch wirksamer
  • Wenn dich eine verspiegelte Optik stört und du keine neutrale Folie willst
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Für Fenster zur Straße: deckt abends ab, was die Spiegelfolie bei Licht im Raum nicht schafft. Wird ohne Bohren geklemmt.

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Häufige Fragen

Wie viel kühler wird es mit Sonnenschutzfolie?

Das hängt stark von Fenster, Ausrichtung und Raum ab. Bei uns waren es etwa 2 Grad gegenüber einem provisorischen Stoffschutz, in einem bereits leicht gekühlten Raum. In stark besonnten Räumen ohne jeden Sonnenschutz sind einige Grad mehr realistisch. Am deutlichsten spürst du die Wirkung direkt am Fenster.

Wird der Raum mit Sonnenschutzfolie dunkel?

Etwas, ja. Spiegelfolien lassen je nach Typ nur einen Teil des sichtbaren Lichts durch. In der Praxis bleibt der Raum hell genug zum Arbeiten. Neutrale Folien dunkeln kaum ab, halten aber auch weniger Wärme ab.

Hält die Folie, wenn man sie selbst klebt?

Ja, wenn das Glas sauber ist und du mit genug Wasser arbeitest. Unsere selbst geklebten Folien halten ohne Probleme. Wer Blasen oder abstehende Ränder hat, hatte meist Schmutz auf der Scheibe oder hat die Folie bis auf den Rahmen geklebt.

Kann man durch Sonnenschutzfolie noch nach draußen sehen?

Ja. Von innen siehst du tagsüber gut nach draußen, nur etwas getönt. Von außen sieht man tagsüber eine Spiegelung. Nachts kehrt sich der Effekt um, wenn drinnen Licht brennt.

Fazit

Unsere Erfahrung mit Sonnenschutzfolien ist klar positiv. An den Dachfenstern hat die Spiegelfolie den Raum hell gemacht und gleichzeitig spürbar kühler, und das ohne Strom und ohne tägliches Hantieren. Erwarte keine Klimaanlage, sondern einen deutlich besseren Sommer an sonnigen Fenstern. Für maximalen Effekt nimmst du eine Spiegelfolie und prüfst vorher, ob sie zu deinem Glas passt.

Über den Autor

Max schreibt bei zu heiß! über Hitzeschutz, Fensterfolien und sparsames Heizen und erklärt die Themen auch in kurzen Videos auf YouTube. Folien, Plissees und Ventilatoren hat er in der eigenen Dachgeschosswohnung ausprobiert.